«Er war ein Verräter, ein blinder Idealist, der glaubte, auf blutgetränktem Boden könnten neue Rosen blühen, ja er hatte sich sogar zu der Behauptung verstiegen, man dürfe die Deutschen nicht an zwölf Jahren Schreckensherrschaft messen. Woran denn sonst? Etwa an Lessings Nathan der Weise?»
Brigitte Glaser
Bühlerhöhe
List Verlag 2016
Rosa Silbermann ist glücklich mit ihrem Leben im Kibbuz.
Fernab vom Land ihrer Kindheit und dem Grauen jener Tage, die aus ihr eine Ausgestossene in der eigenen Heimat gemacht haben, fühlt sie sich angekommen.
Alle arbeiten zusammen am Aufbau Israels als eigenständiger Staat und wären da nicht die Schiffe voller Holocaust-Überlebenden, wäre die alte Heimat schon fast vergessen.
Doch nun muss Rosa, im Auftrag des Mossads, zurück nach Deutschland.
Auf der Bühlerhöhe, wo sie zu glücklicheren Zeiten mit ihrer Familie im Sommerurlaub war, hat Bundeskanzler Adenauer vor, sich der revolutionären «Frischzellenkur» zu unterziehen und etwas zu entspannen.
Wir schreiben das Jahr 1952 und gerade steckt der Kanzler mitten in den Wiedergutmachungs-Verhandlungen mit Israel.
Und genau diese sieht der Mossad, durch ein von Juden geplantes Attentat auf den Kanzler, gefährdet. Deshalb lautet Rosas Auftrag: Mit einem Komplizen, getarnt als junges Ehepaar, während des Kanzleraufenthaltes auf Adenauer aufzupassen. Ihm und seiner Tochter darf nichts passieren.
Doch wer von den Gästen auf der Bühlerhöhe, könnte der gesuchte «sechste Mann» sein, den der Mossad verdächtigt, das Attentat zu verüben?
Und was hat es nur mit dem Verschwinden des jungen Arabers auf sich?
Ein spannender, atmosphärischer Roman, der den Leser selbst lange im Unklaren lässt.
Unbedingt lesen!
